Eigentlich war’s ein Anlass mit Sprengkraft. Am Mittwoch standen einige Kilometer Offroad-Strecken auf dem Programm. An der Allgäu-Orient Rallye fahren 74 Teams mit, etliche mit Autos, die nicht einmal für Feldwege geeignet sind. 74 Teams also haben die Chance, sich festzufahren im türkischen Gelände. Auch darunter: Das Team Judo goes Orient mit seinen zwei überladenen Fünfer BMWs und einem von einem Verkehrsunfall gezeichneten frontgetriebenen Chrysler Voyager. Ideale Voraussetzungen, um sich aufs Abstellgleis zu fahren.
Das Tagesprogramm böte Potenzial für Unruhe im Teilnehmerfeld mit den alten Fahrzeugen – doch es gehen keine Wellen hoch, Vorfreude und strahlende Augen allenthalben.

Wir befinden uns im Südwesten der Türkei, in einem Canyon, der normalerweise für Autos nicht befahrbar ist. Der Faszination der eindrücklichen Landschaft kann sich denn auch niemand entziehen. Wie aufgereiht bewegen sich unsere drei Rallye-Autos über die Naturstassen. Das hier ist besser als wir uns das vorgsestellt haben. Natürlich muss ein besonderes Flair haben fürs Auto, wer sich mit solchen Fahrzeugen ins Gelände wagt. Wenn die Äste der Büsche am Lack kratzen und die Steine den Unterboden berühren, entsteht ein hässliches Geräusch, das bei den Insassen ein ungutes Gefühl auslöst.
Die Luft ist trocken. Beim Fahren wirbelt das vordere Fahrzeug so viel Staub auf, dass man nichts mehr sieht. Abstand halten ist keine schlechte Idee, nicht nur der Sicht wegen; der feine Staub dringt durch alle Ritzen. Nicht alle Fahrer denken so. So kommt’s, dass bei einem unseren Autos bereits nach rund 3 Kilometern Offroad-Strecke der hintere rechte Reifen platt ist. Alle helfen mit, der Reifenwechsel ist in 12 Minuten vollzogen. Der platte Reifen erstaunt nicht. Noch am ehesten verblüfft, dass alle mithelfen und niemand die Schuldfrage stellt.
Der Staub verhindert noch immer die Sicht, der Abstand zum vorderen Fahrzeug wohl noch immer etwas zu gering. Der zweite platte Reifen, diesmal hinten links. Beim selben Auto wie bereits vorher. Genau dafür haben wir vorläufig noch Ersatzräder dabei, trotz viel Gewicht und schlechtem Schwerpunkt auf unseren Autos.

Als wir den Canyon wieder verlassen, ist der weisse Lack der Autos sandbeige. Insektenleiber bilden zahllose klebrige Flecken an der Windschutzscheibe. Sie sehen etwas mitgenommen aus, unsere Fahrzeuge. Wir fühlen uns nicht viel anders. Eine kühle Dusche wird Wunder wirken.

Was wir sonst noch erlebt haben:

• Während den spektakulären Filmaufnahmen im türkischen Canyon mit der Drohne muss diese notlanden. Sie tut dies autonom. Wir finden sie glücklicherweise an einem leicht zugänglichen Ort.

• Auf unserer Reise haben wir den Kilometer 8000 hinter uns gelassen.

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